Private Krankenversicherung: Es ist noch lange nicht vorbei!

Einige Wochen schien es schon so, als würde Corona kaum noch eine Rolle im Alltag spielen. Für die tagesaktuellen Infektionszahlen schien sich kaum noch jemand zu interessieren und mit der Omikron-Variante und deren vorwiegend leichter Verläufe wurde hier und dort bereits der Übergang in die Endemie gefeiert. Begleitet wurde und wird eine solche Erwartungshaltung vom Stichtag am 20. März, an dem alle größeren Beschränkungen ersatzlos gestrichen werden sollen.

Doch die Freude darüber kam wohl etwas zu früh. Nicht nur hat China aktuell wieder mit steigenden Infektionszahlen zu kämpfen. Auch hierzulande geht es mit den Inzidenzen steil nach oben. Am Montag meldete das RKI eine 7-Tages-Inzidenz von über 1.500. Das ist noch nicht ganz Rekordniveau, es lässt sich allerdings eine steigende Tendenz feststellen. Experten führen das sowohl auf lockerere Beschränkungen im Alltag als auch dem Omikron-Subtyp BA.2 zurück.

Ein teures Vergnügen

Letztlich ist es aber zweitrangig, warum genau die Zahlen wieder steil zulegen. Dass die Infektionen von Tag zu Tag überhaupt wieder zuzunehmen scheinen, ist bereits beunruhigend genug. Das gilt vor allem für die Beitragszahler in der PKV, denn eine neue Corona-Welle wird mal wieder große wirtschaftliche Verwerfungen entstehen lassen und hohe Kosten für die Behandlungen von Corona-Patienten dürften potenziell noch weiter zulegen.

Sollte das der Fall sein, dürfte so manche PKV noch einmal genau rechnen, ob die momentane Beitragsverteilung sich überhaupt noch rechnet. Speziell Hospitalsierungen führen bei Corona-Patienten zu enormen Kosten und wenn die Inzidenz sprunghaft ansteigt, werden mit einiger zeitlicher Verzögerung auch die neuen Gesichter auf den Intensivstationen folgen. Gehen dadurch die Ausgaben der privaten Kassen durch die Decke, werden jene dies zweifellos in Form von Prämienerhöhungen an die eigene Kundschaft weitergeben. Es ist daher nicht allzu weit hergeholt, im kommenden Jahr mit entsprechenden Beitragserhöhungen in der PKV zu rechnen.

Glück im Unglück?

Immerhin müssen die privaten Krankenversicherungen die durch Corona entstehenden Kosten nicht völlig alleine schultern. Entlastung gibt es vom Gesetzgeber beispielweise bei Corona-Tests, die mittlerweile für viele bereits zum Alltag zählen. Solche und andere, vergleichbare Schritte könnten dafür sorgen, dass die Beiträge in der PKV noch für eine ganze Weile stabil bleiben – zumindest bei einigen Anbietern und in bestimmten Tarifen.

Genau abschätzen lässt sich momentan noch nicht, wie es im nächsten Jahr mit PKV Beitragserhöhungen aussehen wird. Sollte Corona allerdings schon jetzt wieder ein Comeback feiern, werden sich die Mitglieder wohl auf das Schlimmste gefasst machen müssen. Schließlich verursacht das Virus nicht nur direkt durch Behandlungen Kosten, sondern auch mit Blick auf Dinge wie Krankentagegeld, ganz zu schwiegen von nicht abschätzbaren Kosten bei immer mehr Long-Covid-Patienten.

Da hilft nur der PKV Wechsel

Vielleicht wird am Ende alles nur halb so schlimm und an dieser Stelle soll in keiner Weise Panik geschürt werden. Für eine solche gibt es als Mitglied einer privaten Krankenversicherung ohnehin nur selten Anlass. Denn selbst wenn hier die monatlichen Beiträge mal die Schmerzgrenze erreichen sollten, so bleibt einem Versicherten stets die Möglichkeit, durch einen PKV Wechsel die Höhe der monatlichen Prämien wieder etwas nach unten zu korrigieren. Das ist ein Privileg, welches gesetzlich Versicherte nicht genießen.

Mit einem PKV Vergleich lässt sich schnell in Erfahrung bringen, wer momentan das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Interessant ist das aber in erster Linie für Neukunden. Wer schon länger in der privaten Krankenversicherung versichert ist, bleibt seinem bisherigen Anbieter bevorzugt treu, um möglichst keine Nachteile durch das Wegfallen von Ansparungen für das Alter erleiden zu müssen. Die gute Nachricht lautet hier: bei den allermeisten Anbietern gibt es ein recht breites Portfolio an Tarifen, unter denen sich in den meisten Fällen auch solche finden, die weitaus günstiger ausfallen als der aktuelle Vertrag. Wer steigende Kosten in der PKV in der Zukunft fürchtet, sollte sich daher immer an das Instrument des PKV Wechsels erinnern, welches übrigens auch unabhängig von konkret angekündigten Prämienerhöhungen zum Einsatz gebracht werden kann.

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